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EMDR

EMDR ist ein sehr kraftvolles Tool. Dieses Tool kann für das klassische Trauma, also ein Schocktrauma oder bei Entwicklungstrauma angewendet werden. Diese Technik ahmt dabei die normalerweise zur Verarbeitung angewandten Prozesse des Körpers nach und nutzt damit die Selbstheilungskräfte, bzw. regt diese an.

Im „Normalfall“ wird im REM-Schlaf das Erlebte (durch Augenbewegungen) verarbeitet. Erleben wir nun eine traumatische Situation, also ein plötzlich auftretendes und damit unerwartetes Ereignis, mit dem unser System nicht zu recht kommt, sprechen wir von Trauma. Wenn der Stress im Körpersystem jedoch zu hoch ist, kann der Verarbeitungsprozess nicht (final) stattfinden.

Dies holen wir bei den EMDR-Sitzungen nach und stoßen damit die Verarbeitung an. Es handelt sich damit wörtlich gesprochen um einen Verdauungsprozess des Gehirns.

Durch bilaterale Stimulation, also abwechselnde Hirntätigkeit der rechten und der linken Gehirnhälfte, wird über verschiede Sinne der Verarbeitungsprozess im Körper (wieder) angestoßen. Klassisch erfolgt die Stimulation visuell über Augenbewegungen.
Jedoch kann diese Stimulation auch durch Töne oder Körperempfindungen erfolgen.

Traumatische Erlebnisse sind (per Definition) überwältigende Erfahrungen, die mit Gefühlen extremer Ohnmacht und Hilflosigkeit einhergehen. Von einem Schocktrauma spricht man, wenn ein einmaliges Ereignis ( wie z.B. ein Unfall, eine Operation, eine Krankheitsdiagnose, ein Übergriff oder ähnliches) der heutigen „Belastung“ zugrunde liegt. Bei einem Entwicklungstrauma sind mehrere Erfahrungen Auslöser (wie z.B. Erfahrungen in der Kindheit mit den Eltern, mit weiteren Bezugspersonen wie Lehrer, Mobbing oder eine ähnliche Situation, die ihre Spuren auf der Seele hinterlassen hat).

Trauma ist das griechische Wort für „Wunde“. Dieser emotionalen Wunde können wir mit EMDR begegnen. Bei einem EMDR-Prozess versuchen wir das Ereignis in die eigene Biographie einzusortieren. Ziel ist, dass das System das Ereignis verarbeitet und uns damit nicht mehr durch Auslöser (Trigger) im Hier und Jetzt in die (noch immer belastende) Situation von damals hineinkatapultieren kann. Eine Traumafolge-Reaktion kann sich nämlich genau so anfühlen, wie das emotionale Hineinkatapultieren in die Situation von damals, mit all den (unangenehmen) Gefühlen, Glaubenssätzen und den damit einhergehenden Überlebensstrategien zur Abwehr (wie z.B. Aggression, Beschämung, Vermeidung, Rückzug und vieles mehr).

Sicher kennst Du sie auch, die Situationen, in welchen Du scheinbar völlig übertrieben reagierst. Momente, wo es aus der Beobachterperspektive keinen Anlass gibt, so zu reagieren, wie Du reagiert hast.

Es lohnt sich diese Situationen zu hinterfragen. Was war davor? Wie habe ich mich gefühlt? Was habe ich dabei gedacht? Was habe ich währenddessen vor mir her geschimpft? Woran erinnert mich das? Wann habe ich schon einmal ähnliches erlebt bzw. erfahren?

In den Momenten, welche unser Gehirn (voll automatisch) als gefährlich einstuft und unser Nervensystem darauf mit Kampf, Flucht oder Erstarrung reagiert, können wir auch enormes Potential finden. Potential um uns zum einen besser kennenzulernen, unsere Geschichte besser zu verstehen, mehr Verständnis mit uns zu haben, aber auch über uns Hinauszuwachsen. Spätestens wenn wir Kinder bekommen und Eltern werden, gibt es diese eine Person, welche unbewusst ein „Meister“ darin ist unsere Wunden sichtbar zu machen. Auch hier geht es nicht darum, keine „Wunden“ haben zu dürfen oder komplett geheilt zu sein, bevor wir Kinder bekommen. Es geht darum, Verantwortung für unsere „Wunden“ zu übernehmen und uns um diese zu kümmern.

  1. kurz zurückliegendes Trauma (mindestens 2-3 Monate)
  2. Einzeltrauma
  3. Depression
  4. aktueller Angst
  5. Phobien
  6. Panikattacken
  7. psychosomatische Störungen
  8. Trauer
  9. unerwünschtes Verhalten
  10. Posttraumatische Belastungsstörung
  11. Schmerzen
  12. Tinnitus
  13. uvm.

Disclaimer: Nachdem ich kein Therapeut bin, gebe ich keine Heilungsversprechen! Je nach Ausprägung der oben genannten Punkte ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Gleichzeitig ist es natürlich denkbar, dass ich unterstützend als Coach an Deiner Seite stehen kann um Dich zusätzlich zu begleiten. Dies klären wir vor einer Zusammenarbeit.